Der Müller und die Mühle

 

Wie die Wandergruppe altes Handwerk und Naturschutz erlebt

 Von Christian Holzgreve

 

Es ist wie ein Startsignal. Friedrich Müller lupft zum Abschied seine beige Mütze, es gibt Applaus – und wir wandern wieder unseres Weges nach Soltendieck.

 

 

Was Müller, der Müller, mit uns angestellt hat? Er hat uns seine alte Wassermühle gezeigt, die einst sein Ur-Großvater erwarb. Und so besteht Kroetzmühle im Wesentlichen aus der Mühle, dem Mühlenteich und einer Brücke am Wehr, über die das Sträßchen nach Kroetzmuehle führt.

 

Bevor der 82-jährige Friedrich Müller seine Mütze zum Aufwiedersehen lupft, hat er uns das Innerste der Mühle gezeigt, die zum ersten Mal 1550 urkundlich erwähnt wurde. In zwei Gruppen geht es hinein in den intakten Backsteinbau, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Genauer 1987. Denn da stellte Friedrich Müller den Betrieb ein.

 

Drinnen erläutert er auf drei Etagen zwischen Treibriemen, Mahlwerken und Absackstationen und dem dominierenden Baustoff Holz wie aus der Ähre Roggen- oder Weizenmehl entstand. Didaktisch aufbereitet hat er das nicht. Und so gibt es kaum einen unter uns 51 Wanderern, der hernach den Weg des Korns über die drei Etagen nachvollziehen könnte.

 

 

Aber darum geht es bei der Besichtigung auch nur am Rande. Wir Wanderer lernen Friedrich Müller und ein bisschen seine Anekdoten kennen. Schöner hätte es Helmut Sorge, der heute unser Wanderführer ist, gar nicht einrichten können. Alte Familiengeschichten verbinden ihn und Müller. Und der steht heute dem Naturschutzbund NABU ein bisschen skeptisch gegenüber, seit der Fischotter seine Karpfen und Forellen holt – und sein Staurecht schon aufgeweicht werden sollte. Fest steht: Der NABU Uelzen wurde gerade vom niedersächsischen Umweltministeriums mit dem Niedersächsischen Umweltpreis für die Arbeit im Erlebnisraum an der Esterau ausgezeichnet.